Von Methoden der Adsorption von Stoffen auf porösem Kohlenstoff wird bereits 1550 vor Christus in ägyptischen Schriften berichtet. Später beschreiben Hippokrates und Plinius der Ältere, dass die Einnahme von Kohle zu linderung von Krankheiten eingesetzt werden kann. Im 18. Jahrhundert wurden Kohlen für die Reinigung von Flüssigkeiten eingesetzt, welche aus Blut, Holz oder Tierkadavern hergestellt waren. All diese Materialien waren Vorstufen (Precursor) der eigentlichen Aktivkohle und nur in Pulverform verfügbar. Gewöhnlich wurden die Pulver im sogenannten Chargen- oder Batchverfahren eingesetzt, bei dem eine bestimmte Menge an Pulver einer Flüssigkeit zugesetzt wird, das Gemisch dann eine festgelegte Zeit gerührt (Kontaktzeit) und anschließend über Filtration oder Sedimentation wieder voneinander abgetrennt wird.
Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde dann die entfärbende Wirkung von Knochenkohle entdeckt. Diese Eigenschaft machte sich die englische Zuckerindustrie zu Nutze. Knochenkohle stand als körniges Granulat zur Verfügung und konnte somit im Perkolationsverfahren, bei dem die zu behandelnde Flüssigkeit kontinuierlich durch eine Säule geführt wird, eingesetzt werden. Leider besteht Knochenkohle hauptsächlich aus Calciumphosphat und nur einem geringen Anteil an Kohlenstoff. Ihr Einsatzbereich war somit auf die Zuckerraffination beschränkt.
Anfang dieses Jahrhunderts wurde der erste großtechnische Prozess zur Herstellung von Aktivkohle mit reproduzierbaren und definierten Eigenschaften entwickelt. Die ersten Aktivierungsprozesse mittels Dampf (V. Ostreijko, 1900 und 1901) bzw. mittels Chemikalien (Bayer, 1915) waren nur zur Herstellung von Pulveraktivkohlen geeignet.
Während des ersten Weltkriegs gewann in den USA die Dampfaktivierung von Kokusnusskohle zur Herstellung von Gasmaskenfiltern an Bedeutung. Dieser Aktivkohletyp weist eine sehr feinporige Struktur auf, die gut für die Adsorption von Gasen geeignet ist.
CALGON CARBON Corporation (USA), der Mutterkonzern von CHEMVIRON CARBON, schaffte es nach dem zweiten Weltkrieg, eine auf Steinkohle basierende Aktivkohle herzustellen, welche einen ausgeprägten Anteil an Transportporen aufweist und zugleich eine hohe mechanische Festigkeit besitzt. Diese Kombination von Eigenschaften machte es möglich, Aktivkohle in kontinuierlichen Entfärbungsprozessen einzusetzen, und eine überragende Leistungsfähigkeit zu erreichen. Ebenfalls erfolgreich waren CALGON CARBON und CHEMVIRON CARBON in der Optimierung der Reaktivierung von Granulataktivkohle.
Heute wechseln viele Anwender vom traditionellen Einsatz von Pulveraktivkohle, die meist aufwendig entsorgt werden muss, hin zu kontinuierlichen Adsorptionsprozessen mittels reaktivierbaren Granulataktivkohlen. Mit dem Wechsel zu Granulatkohle tragen Sie zu einem schonenden Einsatz von Rohstoffen durch Recycling und damit auch zur Abfallminimierung bei.









